OTZ: Datenautobahn de luxe für neun Dittersdorfer
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- Veröffentlicht am Montag, 12. Dezember 2011 19:37
Saalfelder Höhe. Ein Glasfaserkabel, das eine Firma aus Thüringen im Auftrag der Gemeinde verlegte, ermöglicht seit dem Herbst Surfen in Höchstgeschwindigkeit. Allerdings handelt es sich um eine Datenautobahn de luxe. 354 000 Euro wurden für den Breitbandausbau auf der Saalfelder Höhe ausgegeben. 115 Haushalte ließen sich anschließen. Am krassesten ist das Verhältnis in Dittersdorf. Hier hatten sich ursprünglich 37 Haushalte für den schnellen Datenverkehr interessiert. 93 000 Euro kostete die Erschließung des 200-Seelen-Ortes, 38 000 Euro davon sind Fördermittel. Am Ende ließen sich allerdings nur neun Dittersdorfer anschließen.
Deutlich wird nach Meinung der Initiativenmitglieder wie stark sich das Marktversagen in diesem Bereich auswirkt, Unternehmen erhalten Fördermittel von EU, Land und Gemeinde. Mit diesen Fördermitteln wird die Wirtschaftlichkeitslücke geschlossen, somit wird ein Breitbandausbau im ländlichen Raum erst möglich. Zudem wurde bei diesem Projekt wesentliche Überzeugungsarbeit bei den Kunden bzw. Bürgern durch die Bürgerinitiative geleistet, einige Bürger bezeichnen Mitglieder der Initiative als kostenlose Außendienstmitarbeiter.
Schaut man sich zudem den demografischen Wandel an, werden Investitionskosten pro Kopf in den kommenden Jahren weiter ansteigen, dass das Verlegen von Leerrohren im Zuge einer Straßenbaumaßnahme zu einem günstigen Breitbandausbau führen kann, scheint auch erst seit dem bestehen der Breitbandinitiative und ihrem Wirken in dieser Sache bekannt zu sein.
Ungeachtet der Aufforderung des Bürgermeisters wird sich die Initiative weiter dem Thema annehmen, in den nächsten Schritten wird es jedoch keine Werbeveranstaltungen von der Initiative für das Angebot der Firma Ilm Provider geben. Die Initiative möchte stattdessen den Kontakt mit Bürgern suchen und Erfahrungsberichte sammeln.
Das seit Oktober geschaltete Netz wird nach Ansicht der Initiative von den Bürgern gut angenommen. Mit dem Ansatz eines Erfahrungsaustauschs scheint sich in den nächsten Monaten eine gewisse Eigendynamik unter noch unentschlossenen Interessenten zu entwickeln.
