OTZ: Datenautobahn de luxe für neun Dittersdorfer

Die gute Nachricht zuerst: Burkersdorf, Dittersdorf, Dittrichshütte, Braunsdorf und Birkenheide leben jetzt nicht mehr hinter dem Internet-Mond. Allerdigns handelt es sich um eine Datenautobahn de luxe.

 

Saalfelder Höhe. Ein Glasfaserkabel, das eine Firma aus Thüringen im Auftrag der Gemeinde verlegte, ermöglicht seit dem Herbst Surfen in Höchstgeschwindigkeit. Allerdings handelt es sich um eine Datenautobahn de luxe. 354 000 Euro wurden für den Breitbandausbau auf der Saalfelder Höhe ausgegeben. 115 Haushalte ließen sich anschließen. Am krassesten ist das Verhältnis in Dittersdorf. Hier hatten sich ursprünglich 37 Haushalte für den schnellen Datenverkehr interessiert. 93 000 Euro kostete die Erschließung des 200-Seelen-Ortes, 38 000 Euro davon sind Fördermittel. Am Ende ließen sich allerdings nur neun Dittersdorfer anschließen.

 

Was auch Bürgermeister Wolfgang Peter (Freie Wähler) ärgert. "In den fünf Orten hatten sich über 200 Interessenten gemeldet, da muss noch etwas passieren", sagte Peter am Donnerstag im Gemeinderat. Er forderte die Breitbandinitiative, die den Stein ins Rollen gebracht hatte, auf, für weitere Anschlüsse zu werben, sonst rentiere sich die enorme Investition nicht.
Thomas Spanier / 03.12.11 / OTZ
 

 
Die Bürgerinitiative Breitband- und Mobilfunk Saalfelder Höhe zu diesem Thema:
In der Gemeinderatsitzung am 01. Dezember diesen Jahres stellte Bürgermeister Wolfgang Peter den Breitbandausbau als abgeschlossen dar. Lediglich die gewünschte Kundenanzahl sei nach seiner Meinung und natürlich der Meinung des Unternehmens Ilm Provider noch nicht im Zielkorridor. Laut Website Ilm Provider mit Stand vom Mai 2011liegt die erforderliche Mindestkundenanzahl bei 60 für die Orte Birkenheide, Braunsdorf, Dittersdorf und Dittrichshütte, nun sind 115 Haushalte mit Burkersdorf am Netz und weitere Haushalte warten auf das Auslaufen ihrer "Alt-Verträge".

 

Deutlich wird nach Meinung der Initiativenmitglieder wie stark sich das Marktversagen in diesem Bereich auswirkt, Unternehmen erhalten Fördermittel von EU, Land und Gemeinde. Mit diesen Fördermitteln wird die Wirtschaftlichkeitslücke geschlossen, somit wird ein Breitbandausbau im ländlichen Raum erst möglich. Zudem wurde bei diesem Projekt wesentliche Überzeugungsarbeit bei den Kunden bzw. Bürgern durch die Bürgerinitiative geleistet, einige Bürger bezeichnen Mitglieder der Initiative als kostenlose Außendienstmitarbeiter.

 

Schaut man sich zudem den demografischen Wandel an, werden Investitionskosten pro Kopf in den kommenden Jahren weiter ansteigen,  dass das Verlegen von Leerrohren im Zuge einer Straßenbaumaßnahme zu einem günstigen Breitbandausbau führen kann, scheint auch erst seit dem bestehen der Breitbandinitiative und ihrem Wirken in dieser Sache bekannt zu sein.

 

Ungeachtet der Aufforderung des Bürgermeisters wird sich die Initiative weiter dem Thema annehmen, in den nächsten Schritten wird es jedoch keine Werbeveranstaltungen von der Initiative für das Angebot der Firma Ilm Provider geben. Die Initiative möchte stattdessen den Kontakt mit Bürgern suchen und Erfahrungsberichte sammeln.

 

Das seit Oktober geschaltete Netz wird nach Ansicht der Initiative von den Bürgern gut angenommen. Mit dem Ansatz eines Erfahrungsaustauschs scheint sich in den nächsten Monaten eine gewisse Eigendynamik unter noch unentschlossenen Interessenten zu entwickeln.